![]() 07.09.2006 |
Startseite taz nrw taz |
![]() |
Von
Pascal Beucker |
Strafanzeige gegen Rechtsextreme.Eine beliebte kölsche Redewendung lautet: "Jeder Jeck ist anders." Dieses rheinische Bekenntnis zur Toleranz entspricht dem eigenem Selbstbild Kölns als einer Stadt des Miteinanders. Doch was ist daran Überzeugung, was Selbstbetrug? Die selbst ernannte "Bürgerbewegung Pro Köln" macht die Probe aufs Exempel: Systematisch hetzt sie seit Jahren gegen Andersgläubige, Andersdenkende, Anderslebende. Nun ist es der geplante Bau einer repräsentativen Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, den die Rechtsextremen zu nutzen versuchen, um das Klima in der Domstadt zu vergiften. Es besteht die Gefahr, dass ihre Saat aufgeht. Denn zu lange haben die demokratischen Parteien und auch die Zivilgesellschaft darauf verzichtet, dem braunen Treiben entschieden entgegenzutreten. Wegschauen,
ignorieren, totschweigen - das waren noch nie wirksame Strategien gegen
Rechts. Und den Braunen das Wasser abgraben zu wollen, in dem man ihnen
im Grundsatz recht gibt, ist es ebenso wenig. Genau das jedoch schien
bisher die Linie der Ehrenfelder CDU und ihres Ortsverbandsvorsitzenden
Jörg Uckermann zu sein: Auch sie machten Front gegen den
Moscheeneubau - und setzten sich damit dem Verdacht der Kumpelei aus.
Indem Uckermann jetzt mit einer Strafanzeige gegen die Hetzparolen von
"Pro Köln" vorgeht, hat er jetzt ein öffentliches
Zeichen der Abgrenzung gesetzt. Es war überfällig und
dringend nötig. |
© Pascal Beucker. Alle Rechte an Inhalt, Gestaltung, Fotos liegen bei dem Autoren. Direkte und indirekte Kopien, sowie die Verwendung von Text und Bild nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung des Autoren. |